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Hedwig Sailer, Ihr Leben ohne den geliebten Toni

Kitzbühel | Am 24. August jährte sich zum ersten Mal der Todestag von Kitzbühels größtem Aushängeschild Toni Sailer. Die Witwe, Hedwig Sailer, schildert, wie sie die Begleiterscheinungen rund um den Tod und das Trauerjahr erlebte.

Wie geht es Ihnen, ein Jahr nach dem Tod Ihres Ehemannes?

Er fehlt mir unglaublich. Für mich ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, in dem ich mich mehr um mich kümmern kann. Zuvor war mein Leben nur auf Toni abgestimmt, ich war fünf Jahre lang rund um die Uhr für ihn da.

Sie leben überwiegend in Salzburg. Warum?

Wir haben die Wohnung noch zu Tonis Lebzeiten gekauft. Toni meinte, es sei besser für mich, weil ich keine Kitzbühelerin bin.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Kitzbühel bzw. den Kitzbühelern?

Ich bin von bestimmten Menschen enttäuscht. In Kitzbühel ist Toni nicht das, was für Toni Kitzbühel war.

Als Toni Sailers Witwe soll ten Sie doch Ansehen genießen?

Ich wurde in Kitzbühel nie anerkannt. Ich konnte mir aber auch keinen privaten Freundeskreis aufbauen, weil ich Tag und Nacht an Tonis Seite war.

Nach dem Tod sollte eine Toni-Sailer-Stiftung eingerichtet werden. Warum ist es dazu nicht gekommen?

Ich fühlte mich regelrecht überfahren und sollte stante pede Satzungen unterschreiben, bei denen mir keine Mitspracherechte eingeräumt wurden. Darüber hinaus wollte ich ein Konto bei einer Bank, bei der ein Freund und Berater Tonis arbeitet. Es war jedoch fix ein anderes Geldinstitut vorgesehen. Die Stiftung, die Tonis Wunsch gewesen war, sollte Talente fördern. Dadurch ist das Vorhaben für mich leider erledigt. Das bei der Beerdigung anstelle von Blumen gespendete Geld habe ich dem Kitzbüheler Ski Club für die Nachwuchsförderung übergeben.

Was ist bzw. wird mit Toni Sailers Trophäen und Erinnerungsstücken geschehen?

Die drei Goldmedaillen sowie alle anderen Gegenstände sind gut aufgehoben. Ich werde die Sammlung nicht zerreißen, sondern nur komplett an ein Museum weitergeben.

Hat dafür Kitzbühel eine Chance?

Derzeit nicht. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt.

Was wird aus den Liegenschaften?

So lange ich lebe werden beide Hausanteile, in Gundhabing und im Geburtshaus in der Bichlstraße, nicht verkauft. Ich hoffe, dass Tonis Sohn Florian, der derzeit in Bratislava lebt, einmal in seine Heimatstadt ziehen wird.
Alexander Rußegger.


Erscheinungsdatum: Mittwoch, 1. September 2010
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Kommentare

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Donnerstag, 2. September 2010 06:22
Ich bin der Meinung, dass Kitzbühel die "Originalität" im Bezug auf das Hahnenkammrennen absolut verloren hat. Die letzten und folgenden Rennen wurden und werden vom Kommerz beherrscht. Toni Sailer hat den sympathischen "Geist" mitgenommen - zu Recht, denn er hat IHN geschaffen. Auch wenn Anderl Molterer, Ernst Hinterseer u.a. sehr dazu beigetragen haben. Einen TONI SAILER wird es niemehr geben. Für mich war er eine sportliche Respektperson ohne Vergleich. Was mir am meisten an ihm getaugt hat, ist die Tatsache, dass "Tonei" stets menschlich am Boden blieb. So wie seine Schwester Rosi oder sein Bruder Rudi! Rosi war übrigens auch Hahnenkammsiegerin, was viele in Kitzbühel überhaupt nicht wissen. :-(

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