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Nov11

Erstellt von:Klapperstorch
11.11.2010 22:28 

Prinzipiell gilt: Gesunde Schwangere sollen regelmäßig – auch im Winter – Sport betreiben, sie müssen sich dabei nur an 2 Regeln halten: Allem voran sollen Sportarten gemieden werden, bei denen es zu stärkeren Stößen in den Bauch kommen kann und außerdem sollte der Puls immer unter 130 Schlägen pro Minute bleiben. Hintergrund dieser 2 Regeln ist, dass sich durch starke Stöße in den Unterleib die Nachgeburt (Plazenta) von der Gebärmutterwand ablösen kann. Zweitens kann die Sauerstoffversorgung des Kindes beeinträchtigt werden, wenn die Mutter außer Atem kommt – dies ist bei einem Puls über ca. 130 Schlägen pro Minute möglich.

Leider trifft auf einige unserer beliebtesten Wintersportarten genau dies zu: Gerade beim Skifahren ist es möglich, auf den Bauch zu stürzen. Zudem kommt es auch bei vorsichtigster Fahrweise vor, das Schifahrer von anderen Personen „niedergefahren“ werden. Auch beim Eislaufen sind Stürze möglich. Rodeln wird von einem Professor der Universitätsfrauenklinik Innsbruck wegen der zahlreichen unerwarteten Stöße sogar als „ältestes Tiroler Abtreibungsmittel“ bezeichnet. Langlaufen oder Radfahren bedürfen einer differenzierteren Betrachtungsweise: Bei forschen Abfahrten mit den Langlaufschiern ist das Sturzrisiko sicher ähnlich wie beim alpinen Skifahren, vorsichtiges Langlaufen in der Ebene mit einem Puls bis 130 ist andererseits auch für Schwangere sehr empfehlenswert. Auch ist vom Radfahren auf einer rutschigen Winterstraße abzuraten, Radfahren auf einem Hometrainer jedoch sehr zu begrüßen.

Laut deutschen Berufsverband der Frauenärzte sind – auch im Winter - ohne Einschränkung erlaubt (bis Herzfrequenz 130/min): Joggen, Wandern und Nordic-Walking bis 2000 m Höhe, Radfahren, Gymnastik, Tanzen, Yoga, Schwimmen bei Wassertemperatur nicht unter 20° und nicht über 35° C, Sauna max. 10 – 12 Minuten. Erlaubt, jedoch nur deutlich unterhalb der submaximalen Belastung, sind: Laufen, Rudern, Aerobic, Skilanglauf (nicht über 1500 m Höhe), Tennis, Squash, Badminton, Tischtennis, Segeln.

Vorsicht: Kommt es beim Sport zu Atemnot, Unterleibsschmerzen, vaginaler Blutung, Unwohlsein, Schwindel, Augenflimmern und Kopfschmerzen, gilt ein absolutes Sportverbot! Die umgehende Kontrolle durch eine Frauenärztin/ einen Frauenarzt ist unumgänglich.

Einem "sportlichen" Winter steht also auch in der Schwangerschaft nichts im Wege - ganz im Gegenteil!

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