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Mrz5

Erstellt von:Klapperstorch
05.03.2010 14:37 

Jede Gebärende sollte nach Möglichkeit ihren individuellen Vorstellungen und Wünschen entsprechend, ihr Kind zur Welt bringen können. Um diesen seit den 90er Jahren zunehmenden Gesellschaftlichen Anspruch gerecht zu werden, haben sich viele Geburtenabteilungen von reinen „medizinischen Überwachungseinrichtungen“ zu wahren „Gebärerlebniswelten“ entwickelt. Neben multifunktionellen Gebärbetten, Lichterhimmel, Sprossenwände, Decken-Kordeln, Geburtenhocker etc. wurde der Kreissaalbereich im BKH St. Johann 2002 als eine der ersten Abteilungen in Tirol zusätzlich mit einer Geburtsbadewanne ausgestattet.

Während Wassergeburten bei den Ägypter, Panama-Indianer oder den neuseeländischen Maoris bereits eine Jahrtausend alte Tradition genießen, wurde in Europa erstmals in Frankreich vor rund 200 Jahren damit begonnen. Im BKH St. Johann kamen bisher 435 Babys Unterwasser zur Welt.

Diese für viele Mütter im ersten Moment sehr unnatürlich erscheinende Art des Entbindens, hat jedoch auch viele Vorteile. So führt das warme Bad zu einer Entspannung des Beckenbodens, wodurch sich gegenüber der klassischen „Landgeburt“ die Geburtsdauer statistisch verkürzt, weniger Schmerzmittel und auch weniger Dammschnitte benötigt werden. Zudem scheint sich der Geburtsstress des Kindes zu verringern, da es im gleichen Medium bleibend, von der warmen Gebärmutterflüssigkeit in das warme Badewasser gleitet. Ein Ertrinken des Kindes wird durch den so genannten Diving-Reflex (Tauchreflex) verhindert. Erst bei Luftkontakt des Babys, wird dessen Atmung stimuliert. Dieser Schutzmechanismus bleibt bis ca. 4 Monate nach der Geburt erhalten, später muss das Kind neu erlernen, was es bis dahin unbewusst beherrschte: schwimmen und tauchen.

Von einer Wassergeburt abgeraten wird beim Vorliegen von gewissen Risikofaktoren, die zu einer Infektion oder Sauerstoffmangel des Kindes führen könnten oder eine erhöhte Blutungsgefahr der Mutter beinhalten. Dazu gehören Frühgeburtlichkeit, das Auftreten von grünem Fruchtwasser und ein auffälliges Kardiotokogramm (CTG), dass die kindlichen Herztöne und Wehen der Mutter aufzeichnen. Auch bei Mehrlingsschwangerschaften oder größeren Babys ist von einer Wassergeburt abstand zu nehmen.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung, unsere Informationsabende zur Geburt und Kreissaalbesichtigungen finden jeden 1. Mittwoch im BKH-St. Johann ab 19:00 statt.

Prim. Dr. Christian Deetjen


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