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Apr30

Erstellt von:Klapperstorch
30.04.2010 06:06 

Autorin:
Dr. Sandra Plischke
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
(Selbst Mutter von 3 Kindern - alle im BKH St. Johann geboren)

Wenn die erste Geburt naht, drängen sich viele Fragen in den Kopf der werdenden Mutter. Die gute Hoffnung, daß das Kind gesund zur Welt kommen möge, mischt sich mit der Angst vor dem unvorstellbaren Ereignis, daß dieses Kind, welches man nun schon viele Monate mit sich trägt und nun schon einige Monate spürt, daß dieses Kind sich nun den Weg durch das Becken und zuletzt durch die Scheide suchen wird. Die Angst vor den Schmerzen, die Angst, die Situation nicht bewältigen zu können.

Auch wenn man glauben könnte, daß das Gebären die natürlichste Sache der Welt sei und so keiner weiteren Erklärung oder Vorbereitung bedürfe, so irrt "man" sich hier. Es ist wichtig für die werdende Mutter zu wissen, daß eine Wehe das muskuläre Zusammenziehen der Gebärmutter über circa eine Minute ist. Die Wehe kommt wie eine Welle, zuerst nur leicht spürbar, noch gut aushaltbar, dann stärker: jetzt ist es wichtig, mit tiefen, langsamen Atemzügen über die Wehe hinweg zu kommen. Etwa 5 oder 6 lange Atemzüge und dann flacht die Wehe wieder ab und mündet in eine (normalerweise) mehrminütige Wehenpause, in der die Mutter wieder völlig entspannt atmen kann, sich sammeln, sich erholen, für das nächste Durchstehen einer Wehe.

Wichtig ist auch, Bescheid zu wissen über die Phasen der Geburt: in der ersten Phase der Geburt, der sogenannten Eröffnungsphase, verkürzt und erweitert sich der bis dahin geschlossene Gebärmutterhals bis auf 10 cm Weite. Diese Phase der Geburt wird meist als der schmerzvollste Teil erlebt, gute Betreuung durch die Hebamme sowie schmerzstillende Spritzen, krampflösende Mittel oder Homöopathika unterstützen die Frau in dieser Zeit. Bei Wehensturm sowie auf Wunsch der Patientin wird die Periduralanästhesie (lokale Betäubung über ein Schläuchchen zum Rückenmarkkanal) zum Einsatz gebracht. Die zweite, kürzere Phase der Geburt ist die Preßphase, diese wird meist besser toleriert. Nun werden für den "Endspurt" nochmals alle Kräfte mobilisiert. Die Geburtsbadewanne kann in dieser Phase entspannend wirken und einiges vom Geburtsschmerz nehmen.

Das Erlernen von Atemtechniken (tiefe Bauchatmung für die Eröffnungsphase, oberflächliche Hechelatmung, um den Preßdrang in der frühen Preßphase noch hintan zu halten), das Bescheidwissen um die ungefähre Länge von Eröffnungs- und Preßphase, das aktive Sich-Auseinandersetzen mit dem Geburtsvorgang läßt eine werdende Mutter vorbereitet und mit neuem Selbstbewußtsein in die Geburt gehen. Es hilft uns Geburtshelfern sehr, wenn sich die Mütter in dierser Art und Weise auf die Geburt vorbereiten.

Fast in jedem Ort gibt es Geburtsvorbereitungskurse, an dieser Stelle sei erwähnt, daß auch in unserem Krankenhaus ein bewährtes Team an Hebammen bereit steht, um in einem Kurs alle geburtsrelevanten Themen zu besprechen, Atemtechniken zu üben und Schwangerschaftsgymnastik zu betreiben. (Tel. 05352-606-324)


 

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