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Sep20

Erstellt von:B.A.
20.09.2010 22:23 

Der Schäfer ist kein Lamm. Das pfeifen in Wien die Spatzen vom Dach, ehe sie den Kommissar aufs Manterl scheißen (selber schuld wärst in Tirol geblieben). Wien ist ein perfekter Schauplatz für die Wasserleich und was sonst noch so aus Herzensleid und –lust ermordet wird. Der Schäfer – ein Held, der keiner sein kann, weil er nicht will, kämpft gegen Schatten und die Einsamkeit, träumt sich eine Parallelwelt vom kindlich – unschuldig – schönen Beruf des Kindergärtners (bunt wie Seifenblase mein Freund platzt diese Theorie) und verläuft sich (zum humorigen Gaudium der Kollegen) sogar im Wald.

Ein Glückspilz der Schäfer, doch weiß er das nicht: aus einer blutigen Begegnung erwächst (fast) eine Freundschaft, aus dem Zuneigungsbeweis der Nichte ergibt sich eine Spur und aus dem Neid der Kollegen, wächst gar dann und wann Respekt.

Ein unangenehmer, interessanter Mensch, der Schäfer – alles traut er den anderen zu, und doch denkt er ständig darüber nach wie die Welt auf ihn wirkt und nicht umgekehrt.

Das Beste am neuen Roman von Georg Haderer ist, dass der Schäfer beschäftigt, als wär er real. Jedoch bis zum Schäfer – Groupie ist es noch ein weiter Weg. Bleiben noch die richtigen Fragen. Warum am Anfang ein Hansi-Hinterseer Zitat? Kommt jetzt ein Tirol-Special mit einem Hans Moser Intro? Nuschelt Oskar Werner feat. Ambros das Hoferlied? Seh ich den Zusammenhang nicht? Ich hole mir die Karten, vielleicht liegt hier eine Antwort.

Lesen Sie, ich hatte das Vergnügen.

 

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